RUHANI und der persische IT-Weltprozess

Lichtgeschwindigkeit 5553

vom Montag, 4. Mai 2015

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Freiheit und Islam seien kein Widerspruch“, so lautete heute eine Nachricht im Deutschlandfunk. Die von der iranischen Nachrichtenagentur ISNA verbreitet wird.

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Der iranische Präsident soll sich eingehend auf die Internetz-Restriktionen im Iran eingelassen haben. Einerseits geht er dabei auf die empirische gelebte Wirklichkeit, insbesondere der iranischen Jugend ein, die Internetz-Sperren und -Verbote erheblich umgehen. Andererseits zieht Ruhani damit den Ärger der konservativen Schiiten auf sich.

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DIETMAR MOEWS "IRAK als Sportflagge: Misfits", Seidenapplikation, 2004 in Dresden

DIETMAR MOEWS
„IRAK als Sportflagge: Misfits“, Seidenapplikation, 2004 in Dresden

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ZEIT.de berichtet heute, Montag, 4. Mai 2015: Mehr Freiheiten für Jugendliche in seiner Gesellschaft hat Irans Präsident Hassan Ruhani öffentlich im Iran gefordert.

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„Bei der Förderung von Jugendlichen nur Einschränkungen aufzudrängen ist ja nicht gerade die große Kunst“, sagte Ruhani in einem Treffen mit einer Gruppe von Schullehrern. Man könne die Jugendlichen doch nicht einsperren, besonders im Zeitalter des Internets, um ihre nationale und religiöse Identität zu wahren. Die Einstellung, dass Freiheit und Islam ein Widerspruch sind, sei falsch. Freiheit sei „kein westliches Phänomen“. 

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Ruhani hat sich wegen seiner Forderungen nach mehr Freiheiten, besonders im Internet, bereits Kritik seitens der Konservativen im Land eingehandelt. Diese fordern, die Internetzensur weiter aufrecht zu erhalten.

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Der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook ist im Iran verboten – ein „Privilegien-Verbot“, nämlich während Präsident Ruhani selbst regelmäßig twittert. Mittlerweile hat Ruhani 332.000 Follower, Ayatollah Ali Khamenei 121.000. Diese Profile werden zwar von der Internetpolizei im Iran blockiert, allerdings kennen viele Jugendliche bereits den Weg, die Hürden zu umgehen.

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Nach Informationen der Neuen Zürcher Zeitung nutzen rund 55 Prozent der Iraner das Internet, um miteinander zu kommunizieren.

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Im Mai 2014 erwirkte Ruhani die Freilassung von sechs Jugendlichen, die für ein Internetvideo verhaftet worden waren. Die jungen Frauen und Männer hatten ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie sie an mehreren Orten in Teheran zu dem Lied Happy von Pharrell Williams tanzten. Die Frauen waren nicht verschleiert. Tanzen in der Öffentlichkeit, noch dazu, wenn Männer und Frauen daran beteiligt sind, ist im Iran verboten. Die Jugendlichen wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt.

„Wir sollten das Internet nicht als Gefahr sehen, sondern als nützliches neues Kommunikationsmittel“, sagte Ruhani nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna und forderte von den Konservativen mehr Offenheit. „Das Internet gibt es schon seit Jahrzehnten, und kein Iraner hat seither seine Identität verloren.“

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Zuletzt sorgte er mit Kritik an der für die Kleiderordnung der Frauen zuständige Sittenpolizei wieder für Aufregung. „Die Polizei soll nicht den Islam umsetzen, sondern für Ordnung sorgen“, hatte Ruhani gesagt. Vergeblich versucht die Sittenpolizei seit Jahrzehnten, die islamische Kleiderordnung auf den Straßen durchzusetzen. Frauen sollen demnach Schleier und lange Mäntel tragen, um Haare und Körperkonturen abzudecken.

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Dagegen setzt Ruhani ausdrücklich emanzipatorische Zeichen. Eine iranische Fachfrau wurde als internationale Sprecherin zur neuen iranischen ATOMPOLTIK eingesetzt:

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Im schwarzen Tschador gekleidet erklärte sie der Welt die Atompolitik Irans. Nun soll Marzieh Afkham die erste weibliche Botschafterin der Islamischen Republik werden.

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Dietmar Moews meint: Ich wiederhole eine alte, nach wie vor lebensdienliche Einsicht, meiner Forderung für „Wehrrecht und Reisepflicht“.

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Wer sich von Deutschland auf den Weg machte, fremde Länder und fremde Sprachen zu erkunden, wird begeistert werden, wie menschlich und anständig andere Leute leben.

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Persien und die weltliche Lebensweise der Perser überzeugen jeden, der Perser im Westen kennengelernt hat. Die differenzierte Kritik am heutigen schiitischen Absolutismus ist eindeutig. Aber der Iran sucht einen eigenen Weg, auch, wie den us-amerikanischen Totalitarismus ablehnen kann.

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Die Wandlung in der schiitisch-gottesstaatlichen Staatsmacht ist unabweislich. Die antiamerikanische schiitische Konterrevolution von Khomenei wurde eine folkloristische Verirrung.

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Wir sehen, welche qualitative Veränderung in Personalentscheidungen inzwischen zwischen dem vormaligen iranischen Präsident Ahmadinedschad und dem jetztigen, Hassan Ruhani, liegt.

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Die freie NSA-Backdoor-Internetzbenutzung ist eine harte Wirklichkeit, die mit Hilfe der iranischen Intelligenz-Potenziale besser aufgeweicht werden kann.

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Der Preis ist die Selbstveränderung unter den Zeichen der IT-Revolution, die als hastiger Schwall die IT-Gesellschaften irre macht. Gleichzeitig behaupten heute Unken: „Hätten die Nazi-Deutschen TWITTER und FACEBOOK gehabt, hätte zumindest niemand sagen dürfen: „Wir haben nichts gewusst.“

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Interessant, mit welch geringer Intelligenz solche Ansagen durchgehen – die Frage, wie wäre die Hitlerei gegoebbelt worden? – hätte es das Internetz-als Volksempfänger gegeben – grenzt doch immer wieder an die Einsicht, dass Intelligenz und kollektive Intelligenz durch Echtzeit-Vollvernetzung nicht verbessert wird, sondern lediglich verändert: LÄHMUNG der FLASH-MOB-Dynamiken ist unabweislich, sowie verschiedene, gegenläufige Impulse im Internetz kurant sind.

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Ruhani, jedenfalls, scheint sowohl selbst, wie auch gesellschaftspolitisch, Teilnahme und Zugang grundsätzlich (also auch zum dezentralen Internetz) zu befürworten. Damit entsteht ohnehin keinerlei rechtsfreier Raum, bestenfalls Verhaltensirritationen und Orientierungskorrekturen im Fehlerlernen.

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