Ratlosigkeit in Israel nach der dummen Wahlkampf-Rede im US-Kongress

Lichtgeschwindigkeit 5411

vom Samstag, 7. März 2015

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Die Neue Zürcher Zeitung von Freitag, 6. März 2015, lässt Ulrich Schmid aus Jerusalem über die Resonanz berichten, der die Rede vor dem US-Kongress in Washington, gehalten gegen den Willen von US-Präsident Barack Obama, und die vorgetragene redundante Banalität beschreibt.

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Der deutsche Staatssender Deutschlandfunk Köln (DLF) brachte heute einen Kommentar von dem SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen zu dieser israelischen Propagandaaktion Netanjahus.

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Feldenkirchen kommt exakt zu den Einschätzungen, die hier in der LICHTGESCHWINDIGKEIT von Dr. Dietmar Moews seit Jahren referiert mit diesen Hauptargumenten publiziert werden:

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Israel schafft sich ab“ (Gershom Gorenberg)

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Ich empfehle den Kommentar von Markus Feldenkirchen in der DLF-Mediathek nachzuhören.

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Der hier kommentierte Kommentar-Text von heute im DLF:

Die Rede von Israels Premier Benjamin Netanjahu in Washington war eine Unverschämtheit, kommentiert Markus Feldenkirchen vom „Spiegel“ im DLF. Er habe US-Präsident Obama wie einen naiven Deppen dargestellt und damit eine Taktik verfolgt, die sicher nicht aufgehen werde.

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Was Benjamin Netanjahu am vergangenen Dienstag in Washington getan hat, war eine Unverschämtheit. Er hat sich von den Republikanern in den Kongress laden lassen, ohne Präsident Barack Obama in Kenntnis zu setzen. Er hat in seiner Rede vor einem Abschluss der Atomverhandlungen mit Iran gewarnt und Obama damit zu einem naiven Deppen erklärt, der sich von den Iranern über den Tisch habe ziehen lassen. So schwereres Geschütz kann man als Gast in einem ausländischen Parlament nicht auffahren.

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Einen vergleichbaren Auftritt hat es in der Geschichte der Diplomatie selten gegeben – in der amerikanisch-israelischen Geschichte noch nie.

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Die einfachste Erklärung für dieses Verhalten sind Egoismus und Rücksichtslosigkeit. Netanjahu möchte in 10 Tagen wiedergewählt werden. Ein starker Auftritt in Washington als Verteidiger vermeintlicher israelischer Interessen könne da nicht schaden, so sein Kalkül. Er hat den Kongress in Washington als Bühne für den heimischen Wahlkampf missbraucht – und so den traditionell engen Beziehungen zwischen Israel und Amerika schweren Schaden zugefügt.

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Die bedingungslose Unterstützung durch die USA war immer Israels Lebensversicherung. Es war US-Präsident Harry S. Truman, der Israel kurz nach dessen Gründung im Jahre 1948 als einer der ersten als Staat anerkannte. Damals begann jene sehr besondere Beziehung, ohne die das von Feinden umzingelte Israel die letzten 70 Jahre wohl kaum überstanden hätte. Truman hatte Bilder aus den Konzentrationslagern gesehen, die ihn zutiefst bewegten. Er war berührt vom Schicksal von Millionen Juden, die den Holocaust überlebt hatten und – noch immer von Feindseligkeit begleitet – durch Europa und die Welt irrten, ohne eine Heimat zu finden – oder zumindest einen Ort, an dem sie sicher waren.

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Seit Israels Gründung hat Amerika fast alles getan, um dessen Sicherheit und Existenz zu garantieren. Es hat Israel im Yom-Kippur-Krieg mit einer Luftbrücke versorgt, als die Staaten Europas den Amerikanern nicht mal eine Landegenehmigung zum Auftanken erteilen mochten. Es leistet bis heute Abermillionen an Militärhilfe.

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Wenigstens ein Minimum an Respekt wäre angebracht: Wegen dieser Geschichte müsste jeder israelische Ministerpräsident den Präsidenten der Vereinigten Staaten wenigstens mit einem Minimum an Respekt behandeln. Netanjahus Vorgehen aber ist ebenso geschichts- wie verantwortungslos.

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Gewiss: Die Sorge Israels vor einer Atommacht Iran ist verständlich. Fraglich ist jedoch, welche Grundlage jene Panik haben soll, die Netanjahu wegen des geplanten Atom-Deals verbreitet. Schließlich gibt es bislang keinen konkreten Entwurf. Und Sinn dieser Verhandlungen ist es ja gerade, zu verhindern, dass Iran zur Atommacht wird. Netanjahu aber tut so, als wolle Obama Iran geradezu zur Bombe verhelfen.

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Netanjahus radikaler Rechtskurs, der sich etwa in der aggressiven Siedlungspolitik äußert, hat sein Land bereits in den vergangenen Jahren viele Sympathien in Amerika gekostet. Sein Auftritt in dieser Woche hat noch mehr zerstört. Das Gros der Demokraten war zu Recht entsetzt, selbst einige Republikaner, die Netanjahu im Kongress demonstrativ zujubelten, erklärten später, dass Israels Premier womöglich zu weit gegangen sei.

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Und noch etwas ist anders als in der Vergangenheit. Bislang konnten sich israelische Regierungen meist auf die geschlossene Unterstützung der in Amerika lebenden Juden verlassen. Doch deren Lobbygruppen sind dieser Tage ebenfalls verwundert über Netanjahu – sofern sie nicht eng mit dessen Partei, dem Likud, verbunden sind.

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Nur noch 38 Prozent der amerikanischen Juden sind der Ansicht, dass die israelische Regierung ernsthaft auf der Suche nach Frieden im Nahen Osten sei. Gerade die jüngeren Juden in den USA wenden sich zunehmend von Israels Politik ab.

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Netanjahu glaubt offenbar, sich mit seinem Rabauken-Auftritt in Washington selbst einen Gefallen im Wahlkampf getan zu haben – die israelischen Wähler werden ihn hoffentlich bald eines Besseren belehren. Wem er keinen Dienst erwiesen hat, steht dagegen jetzt schon fest: seinem eigenen Land.“ (Ende des Zitats nach DLF / Feldenkirchen v. 7. März 2015)

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Dietmar Moews meint: Lügenpresse und staatliche Propaganda-Maßgaben in den Vorständen und Presseräten – aber dennoch:

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http://www.deutschlandfunk.de/netanjahu-rede-in-den-usa-verantwortungslos-und-ohne.858.de.html?dram:article_id=313581

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Ratlosigkeit – nicht nur unter den ca. 50 % Wählern der israelischen Opposition (einschließlich der Israelis arabischer Abkunft mit beschränkten Bürgerrechten).

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Ratlosigkeit auch unter den Deutschen. Deutsche, die sich den Juden, besonders den von Hitlerdeutschland vernichteten und verfolgten europäischen Juden und deshalb dem Staat Israel verpflichtet fühlen, müssen sich klar darüber werden, welche der 50% Israels sie unterstützen: Die Massaker-Israelis Netanjahus oder die in der Nachfolge des deutschen Judentums sich kulturell und politisch verstehenden demokratischen sozialliberalen Israelis.

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Wir sehen, wie freie Argumentation und Kontroverse, in und durch die staatlichen Sender, wie den DLF, eine Kritikhöhe bringen können, die der Laberfunk und Dudelkommerz niemals bereitstellen. Dafür sei hier dem Deutschlandfunk und dem Kommentator Feldenkirchen gedankt.

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