Werner Patzelt verdient Bestätigung zu PEGIDA aus Sicht der empirischen Soziologie

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am Mittwoch, 4. Februar 2015

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Gesellschaft kommuniziert. Freie Demokratische Gesellschaft darf kontrovers diskutieren und streiten.

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Im modernen Deutschland hängen Modernisierungstempo und Konsum als Wertorientierung eine diskursive Rückbindung ab. Es reicht nicht hinten und nicht vorne. Weder Bildung und Wissen, noch Neugierde und soziale Dynamik reichen aus, selbstbestimmte Urteilskraft zu entfalten, die die Veränderungen und eine neue Sinnlichkeit bändigen könnte.

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So kommt es ganz natürlich zu Entwurzelung, zu Verzagen in der Kultur, zu massenhaften Nervenkrankheiten, indem die Menschen von Druck und Anpassungszwängen getrieben das Gefühl von Entmündigung und Unfreiheit wahrnehmen.

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Eine Äußerung davon ist auch PEGIDA in Dresden. Unorganisierte Freizeitmenschen, die ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen, trafen sich montags, von Woche zu Woche, vor der Semper-Oper und artikulierten “UNMUT“.

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Nicht lange und Massenmedien berichteten über PEGIDA, aufgemotzt mit „Wir sind das Volk“, weil sich damit Quote machen ließ: Die Lügenpresse.

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Im nächsten massenmedialen Schritt braucht man „Köppe“. Also wurden die Anmelder der „PEGIDA“ zu „Führern der Massen“ und deren bescheidenen Kernsätze, aus dem Baukasten des Kleinbürgers, des Fußball-Hooligans und des staatliche gepäppelten NSU-Mobs, wurde kurzerhand zur rechtsextremen Staatsgefahr hochgejazzt.

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In der LICHTGESCHWINDIGKEIT findet man zahlreiche soziologische Argumente und Informationen zu dieser PEGIDA-Kampagne (der Soziologe Dr. Dietmar Moews hat neun Jahre in der „Bunten Republik Dresden“ „BRD“, in der Louisenstrasse gelebt).

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Heute, am 4. Februar 2015, brachte die Sendung „Campus & Karriere“ im DLF einige Aspekte zu PEGIDA und zu einem Ersatzstreit mit dem Dresdner Professor für Politische Systeme und Systemvergleich, Werner Patzelt, Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaft an der TU Dresden, aus Biedenkopfs CDU-Zeiten, der nun, nachdem PEGIDA eigentlich erledigt ist, von Nichtsen der SPD-Salonpersonnage nachgechartet wird.

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Streitobjekt ist – stellvertretend für zahlreiche mäßigende Erklärungen Patzelts zum Pegida-Geschehen in Dresden – ist der Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. Januar 2015, Seite 12:

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„Edel sei der Volkswille. Was brodelt da eigentlich unter der Pegida-Oberfläche: Nationalismus, Rassismus, Faschismus? Vielleicht geht es ja auch eine Nummer kleiner“. Von Werner J. Patzelt:

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In Dresden, dem Ursprung der periodischen Pegida-Versammlungen, stehen deren Organisatoren gewiss rechts von der Mitte. Im Internet, gerade auf mittlerweile versuchsweise verborgenen Seiten, haben einige von ihnen Sätze geschrieben, die eindeutig xenophob, islamophob und rechtsradikal sind. Doch seit diese Leute aus dem virtuellen in den realen Raum Dresdens überwechselten, Resonanz über alle Erwartungen hinaus fanden und ihnen die Sache über den Kopf zu wachsen begann, haben sie vernunftgeleiteter Selbstkontrolle den Vorrang vor rhetorischer Selbstberauschung gegeben. Sind sie dadurch schlimmer geworden – oder auf dem Weg zur Besserung? Wie auch immer: Wer in jenen recht durchschnittlichen Leuten, auf deren Sache sich inzwischen große Aufmerksamkeit richtet, strategische Strippenzieher einer braunen Revolution sieht, der ist irgendwie zwischen gespensterfürchtig und schlecht informiert.“

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Gut im Dresdner Real-Life angebunden und brillant in Kürze darstellend – Werner Patzelt:

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„ …Wirklich gute Gründe haben uns in Deutschland dazu veranlasst, solchen Denk-, Rede- und Handlungsweisen möglichst keine Raum zu überlassen, die mit altem oder neuem Nazitum zusammenhängen könnten. Das macht alles Sprechen und Tun verdächtig, das nicht links oder mittig ist, sondern rechts daherkommt. Und die Macht zu deuten, was rechts wäre, haben wir denen überlassen, die sich links oder mittig geben. Was einmal als „rechts von der Mitte“ gilt, sehen wir schon in Rechtspopulismus, Rechtsradikalismus, Rechtsextremismus, Faschismus abrutschen. Der aber war und bleibt schlecht. Zweifellos verdient er nichts als Ausgrenzung und Bekämpfung. Gut ist hingegen, wer – und was – den Faschismus bekämpft. So entstand ein gefühlt klarer Kanon dessen, was an Betrachtungsweisen, Begriffen, Sprachformeln und Argumenten in Deutschland „geht“ oder eben „nicht geht“. Wer sich daran hält, darf am öffentlichen Diskurs teilnehmen. Wer sich gegen diesen Kanon vergeht, ist auszugrenzen -und sei es als ein „Latenznazi“, der einfach nicht weiß, was er wirklich ist …“

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Auf diese Sätze haben sich nunmehr „Patzeltankläger“ geäußert, die dem Politologen anlasten, er würde PEGIDA schönreden, hinterfangen, unterstützen, verharmlosen. Es gibt inzwischen den Massenmedien zugeführte Unterschriftenlisten, von Pegida-Patzelt-Gegnern-Professoren, die nun also mitdiskutieren. Besonders „Edel sei der Volkswille in der FAZ“ sei unakzeptabel.

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Der DLF brachte heute obigen Stand der Debatte. Die Patzelt-Gegner bringen keinerlei empirisch gestützten Argumente, außer, dass Patzelt sich sehr wenig mit den Anti-Pegida-Demonstrationen eingelassen habe. Wer liest, sieht, dass das eine Falschbehauptung ist.

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Dietmar Moews meint: Patzelt hat die empirische Sozialwelt der Dresdner und auch der Pegida-Demonstranten sehr gut beobachtet und politisch bewertet.

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Aus Sicht der empirischen Soziologie hat Patzelt zunächst mal exponiert, was hier – zwischen den „virtuellen“ (Diskursethikern) Angebern, die meinen, die Definitions-Hoheit über ihren Links-Rechts-Stammtischen durchsetzen zu können und den seinsgebundenen Leuten, die da zu Pegida gegangen sind – zu wissen wäre.

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Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? – um daraus ein Alarmklima oder ein „Wehret den Anfängen“ oder eine Aufforderung an die heute propagandistisch durchgeschobene Symboldemokratie zu machen.

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Es wären die Vorwürfe a la „Lügenpresse“ aufzunehmen und als Thema in der Führung und Fühlung als Funktion von Führung in dieser Kritik der Alltagsmenschen, wie sie in PEGIDA zu Vorschein gebracht wird, anzubinden.

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Patzelt schrieb – dabei ist seine gesamte Argumentation durchgängig auf PEGIDA und die Anwürfe von ANTI-PEGIDA bezogen, also keineswegs einseitig – vollkommen zutreffend:

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„Doch seit diese Leute aus dem virtuellen in den realen Raum Dresdens überwechselten, Resonanz über alle Erwartungen hinaus fanden und ihnen die Sache über den Kopf zu wachsen begann, haben sie vernunftgeleiteter Selbstkontrolle den Vorrang vor rhetorischer Selbstberauschung gegeben. Sind sie dadurch schlimmer geworden – oder auf dem Weg zur Besserung? Wie auch immer: Wer in jenen recht durchschnittlichen Leuten, auf deren Sache sich inzwischen große Aufmerksamkeit richtet, strategische Strippenzieher einer braunen Revolution sieht, der ist irgendwie zwischen gespensterfürchtig und schlecht informiert.“

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