„Je suis heureux: Je ne suis pas Hamyd M. „

Lichtgeschwindigkeit 5246

vom Samstag, 10. Januar 2015

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Nachdem nun die von den Extremisten in Paris ausgelöste Gewalt mit insgesamt 17 Todesopfern, seitens der staatlichen Gewaltkräfte, gewaltsam beendet worden ist. Müssen Trauer, politische Entscheidungen und eine weitreichende gesellschaftliche Diskussion die Europäer aufwühlen.

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Eines sollte dabei Konsens bleiben bzw. sein:

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Der Staat sollte das Gewaltmonopol im Staat weiterhin „exklusiv“ ausüben,

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es soll keinerlei Selbstjustiz geben,

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der Staat soll rechtsstaatlich geführt werden und

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nicht rachestaatlich.

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Der Staat sollte auf Vertrauensschwund und Kritik produktiv reagieren und nicht mit Hetzpropaganda.

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Unmittelbar nach den ersten Nachrichten von den Anschlägen kamen erste Stimmen von interessierter Seite hoch (Cui bono?): „Vorrats-Total-Datenspeicherung für Deutschland“.

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Nun hat Frankreich die Vorrats-Datenspeicherung. Und wieder, wie es die Kriminalistik seit Langem beobachtet, war das Wissen vorhanden – die Anschläge wurden nicht verhindert.

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Die USA haben sogar nähere Täterprofile – aber wieder wurde das vorhandene Wissen nicht zur Tatverhinderung genutzt.

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Mit dem öffentlichen Selbstausdruck, in hilfloser Folklore Schildchen hochhalten, mit der Aufschrift: „Je suis Charlie“, ist ein Fühlungsmodus gefunden worden, der allerdings näherer Betrachtung nicht standhält. Denn das Unrecht, Jemand zu töten, ist in jedem Falle Unrecht und nicht ein Aspekt von Presserecht.

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Es wurden keine Schildchen gesehen mit der Aufschrift: „Je suis Ahmed“. Ahmed war der Vorname des 42-jährigen Polizisten, der auf dem Trottoir vor dem Haus von Charlie Hebdo abgeknallt wurde – Ahmed war Moslem, nordafrikanischer Familienherkunft, sprach Arabisch – Ahmed war als Franzose in Paris bei der Polizei tätig.

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Dietmar Moews meint: Hier geht es um einen gewaltsamen Übergriff, der die Ordnung und das Recht auf friedliches Miteinander in Paris missachtete.

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Natürlich würde ich in dieser Situation die tatsächlichen spontanen öffentlichen Reaktionsweisen der Bürger nicht zensieren wollen, so lange sie spontan sind und so lange sie nicht von staatlichen Repräsentanten kommen: den eigenen Schrecken bannen, Anteilnahme und Trauer zeigen.

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Allerdings staatliche Repräsentanten sind an der spannungsreichen Lage verantwortlich beteiligt, wie hier in Paris – unter denen der Aktivierungstypus ausrastet und zuschlägt.

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Die soziale Situation in den Banlieues von Paris (Ille de France) ist weitgehend eine ghettoisierte Katastrophe.

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Den maghrebiner Immigrantenkindern bleibt kein Weg in eine moderne westliche Zukunft. Sie haben nur drei Alternativen – und wählen dann unter Umständen und je nach Gelegenheiten den dritten Weg:

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EINS: Sie können ein armer betender Alltagsmoslem sein.

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ZWEI: Sie können ein rassistisch diskriminierter armer ungläubiger Alltagsfranzose sein

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DREI: Sie können die Verbindung zu extremistischen Ultraorthodoxen JIHAD-Organisationen aufnehmen: IS, ISIS, Al Qaida, Boko Haram – nun ja.

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Es gibt keine sozio-kulturelle Szenerie in diesen Banlieues für junge Moslems, eine moderne Kultur/Religionsausprägung des Islams mitmachen zu können. Der Weg in die moderne Integration ist ihnen verstellt.

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VORRATSDATENSPEICHERUNG?

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Was wurde nun also aus „Je suis Hamyd“? Der 18-jährige Schüler wurde von den Fahndungsbehörden über das Fernsehen als „einer der angeblich drei Täter von Charlie Hebdo“ beschuldigt und gesucht.

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Hamyd fand spät abends sein eigenes Bild in den Echtzeitmedien, stellte sich unverzüglich der Polizei und konnte angeblich beweisen, dass er zur Tatzeit (vormittags 11 Uhr 30, 80 km entfernt von Paris) an seinem ganz normalen Schulunterricht teilgenommen hatte.

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Hamyd konnte darlegen, dass er weder mit den flüchtenden Tätern noch mit dem Tatgeschehen bei Charlie Hebdo irgendetwas zu tun hatte und nicht hat (so musste Hamyd auch gar nicht groß gefoltert werden – wenngleich der CIA stets mit Amtshilfe gerne mal aushilft).

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Zwar besteht jetzt von hier aus nicht die Möglichkeit, diesen Blindschlag auf Hamyd als Geschehen so zu verifizieren – wie Alles andere auch:

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Man muss Alles glauben und

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kann beinahe Alles anzweifeln –

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aber es deutet darauf hin, dass Hamyd zu Unrecht zur Fahndung ausgeschrieben worden war. Dass Hamyd, so gesehen, Glück hatte, nicht „auf der Flucht zu Tode gejagt worden zu sein“.

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Aber – das sollte Jedem klar sein – hier haben Vorratsdatenspeicherung und Irrtum lebensbedrohlich zugeschlagen und keinesfalls bei der Fahndung geholfen.

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Wer die Vorratsdatenspeicherung will, will den totalitären Staat und die totalitäre Staatsmacht und den Totalitarismus. Ich lehne deshalb alle totalen Perspektiven generell ab; „Je suis heureux – je ne suis pas Hamyd“

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