Orang-Utan hat Rechte

Lichtgeschwindigkeit 5219

am Dienstag, 30. Dezember 2014

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Eine Tierschützer-Gruppe, die sich Afada nennt, hat vor einem argentinischen Gericht in Buenos Aires ein Gerichtsurteil erwirkt, das gegen die Gefangenschaft eines Orang-Utan-Menschenaffen im argentinischen Zoo entschied.

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Doch das Urteil betrifft lediglich den Grundsatz, dass ein Orang-Utan ein Recht auf Freiheit hat.

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Das Gericht hat nicht dargestellt, wie, durch wen dieses Recht verwirklicht werden muss.

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Das Gericht hat auch gar nicht geklärt, was unter diesem Rechtsanspruch praktisch zu verstehen ist oder verstanden werden muss.

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Schließlich beinhaltet jede individuelle Berechtigung auf eigenes Recht Rechtsmündigkeit oder verordnete Bevormundung sowie eine Definition, in welcher Form dieser Orang-Utan sein Freiheitsrecht gewährt bekommen soll.

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Es ist das erste Urteil, in dem einem Tier Menschenrechte zugesprochen wurden, indem es heißt: „Ein Recht auf ein Leben in größerer Freiheit“

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Es handelt sich um ein einzelnes Orang-Utan-Weibchen im Zoo von Buenos Aires, das mit dem Namen Sandra bezeichnet wird.

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Laut Süddeutsche Zeitung vom 24. Dezember 2014 heißt es: „Der argentinische Chefbiologe Adrian Sestelo erklärte: „Sie (Sandra) hat die letzten 20 Jahre so gelebt. Sie hat viel Platz, Experten kümmern sich um sie … man kann aber tierisches Verhalten nicht vermenschlichen“.“

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Das durch den Urteilsspruch nicht gelöste Problem besteht darin, (schreibt Peter Gaupp am 27. Dezember 2014 in der Neuen Zürcher Zeitung), dass die Kläger argumentierten:

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„Es handelt sich bei der Primatin um eine nicht-menschliche Person, die denke und fühle, sich ausdrücken, lernen und Gelerntes weitergeben könne, über Selbstbewusstsein und Zeitbegriff verfüge, Entscheidungen treffe, zu gefühlsmäßigen Bindungen und Trauer über Verluste befähigt sei.“

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Das Gericht stimmte zu und verfügte, Sandra sei in einer ihren Fähigkeiten entsprechenden Umgebung unter Schutz zu stellen. Eine Ausdehnung der Menschenrechte auf Tiere sei damit freilich nicht gemeint, wird ausdrücklich festgehalten.

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In einem ähnlichen Fall war letztes Jahr von einem Gericht in New York vier Schimpansen das Recht auf Freiheit vor willkürlicher Gefangenschaft (Habeas Corpus) verweigert worden.

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Die argentinische Justiz betritt mit ihrem Urteil also Neuland. Bis jetzt gelten Tiere im Recht des Landes als Sachen, über die, mit den üblichen Einschränkungen wie Tierschutz und Gesundheitsvorschriften, als Privatbesitz verfügt werden kann.

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Was jetzt mit dem Orang-Urang-Weib konkret geschehen soll, ist noch nicht geklärt. In der Wildnis ausgesetzt, könnte es als Zootier kaum überleben. Die Rede ist von einer Übersiedlung in ein Reservat nach Brasilien oder den Vereinigten Staaten, wo Sandra über größere Bewegungsfreiheit und Anschluss an Artgenossen verfügen würde. In Argentinien ist sie das einzige Exemplar ihrer Spezies.“

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Dietmar Moews „Schimpanse spielt“ DMW 677.1.12 ,100 cm / 73 cm; Öl auf Poly, 2012 in Berlin gemalt

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Dietmar Moews meint: Es freut mich, mal mehr als nur hochtrabende Schattenwirtschaft und rückständige Despotenspiele aus Argentinien berichtet zu bekommen.

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In den weichen Bereichen durfte man Argentinien stets als Teil der ersten Welt erleben, Kunst, Schriftsteller, Musik, Philosophie – Jurisprudenz und Menschenrechte nun nicht ausdrücklich, aber:

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Dietmar Moews „Die Wonnen der Gewöhnlichkeit sind die Wehen der Ungewöhnlichkeit“ DMW 338.7.82, 156cm/135cm, Öl auf Poly im Jahr 1982 in Kirchhorst gemalt

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Vielleicht findet Papst Bergoglio ja noch einen entspannenden Gewinn für kreatürliches Mitleid, das einem einsamen Weibchen gebührt.

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Denn, auch wenn es mit der Zurechnungsfähigkeit menschenrechtlicher Eigenverantwortung eines Primaten nur mit dem Körnchen Salz praktischen Sinn ergibt, so sind doch weite und tiefe esoterische und emotionale Lebensqualitäten bei Orang-Utans zu erkennen.

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Dietmar Moews „Karibische Schimpansen“, DMW 651.1.6, Öl auf Poly, 155cm / 135 cm im Jahr 2006 in Springe gemalt

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Wer mal einem Orang-Utan geduldig in die Augen geschaut hat, weiß, dass da unermessliche religiöse – geradezu instinktsichere – Glaubensgewissheiten disponiert sein müssen.

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Und wer weiß, ob eine starke innere Glaubenswelt nicht noch genauer als der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, zwischen protestantischen und römisch-katholischen und orthodoxen Christen, zwischen orthodoxen Juden und säkulären Juden, zwischen Buddha und einer Büchse feinster Schokoladen Ansprüche ans freie Glaubensleben stellen dürfen sollte.

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Wie wärs also, wenn Papst Franz – dem Vorbild von Assisi folgend, das mit den Vögeln sprach – nun ein geistiges Erbarmen für Primaten auspräche, damit ein neuer Respekt für die wunderbare „Schöpfung“ angeregt würde.

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Vielleicht gibt es für Sandra ein angenehmes Plätzchen im Vatikanischen Garten oder im teutonischen Friedhof am Petersdom?

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