„THE CUT“ – Film startet heute: Türkischer Völkermord an den Armeniern 1915-1923

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am 16. Oktober 2014

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FILMPREMIERE in deutschen Kinos: CUT – THE CUT lautet der Titel eines in deutscher Sprache von einem deutschen Türken verwirklichte Spielfilm. Es ist der erste Spielfilm in dem der Völkermord durch die Türken mit ca. 1,5 Millionen Toten – in den Jahren 1915 bis 1923 – als historische Grundlage exponiert wird.

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Die Opfer der moslemisch-sunnitischen Türken waren christliche Armenier. Armenien muss bis heute damit leben, dass die eigene Geschichte für diese Opfer nicht allgemein anerkannt wird, weil die Türkei über 100 Jahre lang diese unglaubliche Vernichtung der Armenier abgestritten und zum Verschwinden bringen wollte.

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In Deutschland war in den 1950er Jahren ein Roman von Franz Werfel „Musa Dagh“ mit dem Völkermord an den Armeniern erschienen. Dabei handelt es sich um eine Familiengeschichte und eine spezielle Kampagne, in der ca. 5.000 Armenier getötet worden sind. Keine Rede von Millionen Todesopfern.

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Völkermord, Ausrottung, Vernichtung, Genozid – was war der Dreissigjährige Krieg? – was weiß man? – was lernt man? Was geschieht heute? Was machst du?

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Das deutsche Kaiserreich war an der Armenier-Vernichtung durch die Türken zwischen 1915 und 1923 beteiligt. Wir reden von über 100.000 vernichteter Armenier. Wir reden von Todesmärschen, Flucht, wir reden von 300.000 bis zu 1,5 Millionen von den Türken vernichteten Menschen.

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Wie oft habe ich über „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, dem Genozid-Roman von Franz Werfel aus den Jahren 1933-1947 gesprochen? Werfel ist nicht so bekannt – nun ja, er lebt auch oft vom guten Willen.

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Jetzt hat also der deutsch-türkische Filmregisseur Fatih Akin (41) seine persönliche „Musa Dagh“-Verfilmung veröffentlicht und in seiner Heimatstadt Hamburg bzw. vom alljährlichen Hamburger Filmfest, den Douglas-Sirk-Preis, erhalten. Der Preis ist Ehrung der Persönlichkeit und wurde am Samstag anlässlich der Filmpremiere von „The Cut“ übergeben.

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Erst unter Erdogan wird über den Genozid an den Armeniern gesprochen und es werden staatliche Bezeugungen und Entschuldigungen gegenüber den Opfern ausgesprochen.

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Dietmar Moews meint: Im Vorbericht zu „The Cut“ wird kritisiert, dass es eine Spielfilm-Story ist, die den historischen Informationsstoff zwar transportiert. Aber es wird relativiert, wenn die Rede von:

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Siehe auch:

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„THE CUT“ – Buntfilm als geistlose Staatskunst von FATIH AKIN

Oktober 19, 2014

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Todesmärsche, Vergewaltigungen, Massenexekutionen, tausendfacher Hungertod, Zwangskonvertierung der armenischen Christen zum Islam, Verkauf ihrer Kinder an Beduinen, Schicksal der Frauen in Bordellen. Selbst deutsche Stimmen sind kurz zu hören, Kolonialoffiziere mit Tropenhelmen, stellvertretend für die Mitschuld des Kaiserreichs, irische Gleisbauer und schließlich:

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Es wird durch THE CUT möglich, dass es Türken, die von diesem unerwünschten Bestandteil der großen türkischen Geschichte, bis heute, nichts wissen, sich damit bekannt machen. Denn – und das scheint hier der gewählte ästhetische Modus des Regisseurs Fatih Akin zu sein: Der Film THE CUT erlaubt es den Verdrängern der Geschichte weiter zu verdrängen.

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Wenn plötzlich irische Gleisbauer in den USA als irreguläre Horde gezeigt werden, als Vergewaltiger und Mörder – das insinuiert: Männer, die sich wie Tiere aufführen, gibt es überall (so kommt es daher). Und das entwertet die politische Aussage zum Genozid der Türken an den 1,5 Millionen Armeniern.

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Die heutige Rezeptionssituation im kommerziellen Kino erlaubt nicht beides: Missliebige Aufklärung und gute Unterhaltung von Armeniern und Türken, vor Kinogängern in Deutschland.

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Jedenfalls muss so eine kulturindustrielle Produktion das Geld einspielen und ist dazu auf mehr Publikum angewiesen, als es hier die Rehabilitation der Armenier und gleichzeitig die Schuld der Türken anzusprechen sucht bzw.finden kann.

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Ob und wie durchdringend die deutsche Kinoöffentlichkeit an die Kassen von „THE CUT“ gehen wird, ist abzuwarten. THE CUT ist ein Zwitter der Filmästhetik geworden, zwischen verschobener Aufklärungsgeschichte und affirmativer Handlungsfaden-Spielfilmerei.

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