Manfred Sack 1928 – 2014 KURZNACHRUF

Lichtgeschwindigkeit 4980

am Samstag, 11. Oktober 2014

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Wie jetzt bekannt wurde, ist der Architekturkritiker Dr. Manfred Sack, geboren 1928 in Coswig, Anhalt, am 4. Oktober im Alter von 86 Jahren in Hamburg gestorben.

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Nach einem Studium der Musikwissenschaft und der Kunstgeschichte an der FU Berlin und Promotion 1954, arbeitete Dr. Manfred Sack bis 1994 als Redakteur für die Wochenzeitung DIE ZEIT. Noch bis 2004 schrieb Sack als Beschreiber und Berichterstatter über die Architektur und die Baukultur, der sich selbst als „kritischen Architekturjournalisten“ bezeichnete:

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Kritiker urteilen – Journalisten sehen -und erzählen von dem, was sie sehen“. Manfred Sack sagte: „Man ist eben neugierig“. ..“Man sieht sich eben die Dinge an“.

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In seinem wunderbaren Büchlein über „Alltagssachen“, einer „Sammlung von allerlei notwendigen Gebrauchsgegenständen“ (die Gießkanne, Spülstein, Fahrrad im Verständnis der Konstruktion von Form und Funktion) – dazu sozio-kulturelle und baukulturelle Bedeutung.

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Dietmar Moews meint: Der Redakteur Manfred Sack gehört zu den von mir selbst gewählten Meistern meiner „Lehrzeit“. Mit dem Ideal als Universalgenie studierte ich alle aus meiner Sicht relevanten Fächer und Meister, die auf bildende Kunst hinlaufen. Baukultur und Architektur von Manfred Sack halfen mir auf die Höhe unserer Zeit zu kommen, wobei mir meine Ingenieurausbildung als eine kontroverse Stimmung zum „musischen“ Autor Sack eine besonders produktive Möglichkeit gab, in Frage zu stellen, was das Schöngeistige brachte.

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DIETMAR MOEWS DMW 329.29.81 "Wasserschloß bei Gewitter vor Gebirge", Öl auf Kunstfaser, 73 cm / 100 cm

DIETMAR MOEWS DMW 329.29.81
„Wasserschloß bei Gewitter vor Gebirge“, Öl auf Kunstfaser, 73 cm / 100 cm

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Das reichte von Ingenieurfächern, den heutigen Baustoffen und neuesten Bautechniken, bis zu Ärchitektur als Zeitform, Städtebau und Landschaftsplanung, Stadt-Landbeziehungen, neue Mobilität und Arbeitswelt, von Ökologie zu Medizin, Hygiene, Politik und Philosophie, Kommunikation, Medien und schließlich die Alles umfassende Soziologie und die jeweiligen geschichtlichen Tatsachen.

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Freunde hatten mir dankenswerter Weise Mitte der 1970er Jahre ein Jahresabonnement Wochenzeitung DIE ZEIT zum Geburtstag geschenkt. Ich las die ZEIT damals gelegentlich, bzw. wir kommunizierten damals bestimmte Kunstkritiker, wie Dr. Petra Kipphoff und Fritz J. Raddatz. Nun begannen für mich viele Jahre, in denen ich die ZEIT, die damals noch richtige Texte enthielt, keine Riesenbuchstaben oder angebuntete Doppelseiten ohne Inhalt, wie heute, buchstäblich vollständig von vorne bis hinten. Ich erneuerte das Jahresabonnement viele Male und kam dann auf die Idee, ein solches Abo meinen Eltern als Weihnachtsgeschenk aufzuzwingen, während ich doch selbst auch immer noch mitlesen konnte.

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DIETMAR MOEWS aus der Legende der Heiligen Ursula

DIETMAR MOEWS
aus der Legende der Heiligen Ursula

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Die ZEIT-Jahre waren meine persönliche Volkshochschule all des Tageswissens, das in meiner Pflichtschulzeit nicht unterrichtet worden war – unser Geschichtsunterricht, in denn1960er Jahren in Springe / Niedersachsen, endete irgendwie mit dem 1. Weltkrieg und mit Wolfgang Borchard und mit „So zärtlich war Suleyken“ im Deutschunterricht. Irgendwann war ich oberhalb des ZEIT-Kanons angekommen und gewann immer weniger. Während die Meinungslinie der ZEIT nicht meine Ansprüche des Liberalismus erfüllte, sondern ziemlich platt SPD-Schlangenlinien absonderte – bis wir uns trennten. Manfred Sack und seine Baukultur interessierte mich aber weiterhin – auch wie er sich um modernes Getue und unsinnige Signaturen der Baukultur wandt.

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Galerie M - Innen Neue Kunst - Alte Möbel Marggraf Merkin Tilmann

Galerie M – Innen
Neue Kunst – Alte Möbel
Marggraf Merkin Tilmann

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Dr. Manfred Sack gehörte zu meinen Lieblingsautoren der ZEIT und er traf die – aus meiner damals entstandenen Sicht (Adalbert Stifters „Nachsommer“) – Architektur als Lebenskunst und Kunstbegriff schlechthin, sinnlich zu begründen. Ich kann sagen, dass Manfred Sacks Architekturberichte meine natürliche Opposition zur Bruchästhetik der Moderne half, auf ein eigenen Manifest der Kunst hin, mein eigenes Kunstschaffen und kunstpolitisches Publizieren als damals sechsundzwanzigjähriger Künstler zuspitzen zu können.

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STEFAN SCHWERDTFEGER, "Hausfrau", Bronce, ca. 10 cm hoch, 1973

STEFAN SCHWERDTFEGER, „Hausfrau“, Bronce, ca. 10 cm hoch, 1973

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Ich kann mein Lebenswerk als lebendigen Beweis zeigen, wie gültig diese damaligen Orientierungshilfen auch heute weiter aufgehen. Meine damalige Kritik erhält täglich Beweise, wie absurd die staatliche Molochkunst das Abseits organisiert, und wie wenig das unsere Kultur gelingen lässt.

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STEFAN SCHWERDTFEGER, Wolkenhaus, Ziegeltonplastik ca. 10 cm hoch, gebrannt, 1973

STEFAN SCHWERDTFEGER, Wolkenhaus, Ziegeltonplastik ca. 10 cm hoch, gebrannt, 1973

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Mit Manfred Sack ist ein eminenter Geist da gewesen, den man jederzeit als Buchgeschenk höchsten Bildungswertes auf Tische legen kann und soll.

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