Die neuen Hebräer – Altmeister der israelischen Gegenwartskunst

Lichtgeschwindigkeit 4915

am Sonntag, 21. September 2014

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In der Jüdischen Allgemeinen /Wochenzeitung Nr. 37/14, vom 11. September 2014, KULTUR, Seite 17, heißt es ganzseitig:

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Kultur – „Mein schöner Soldat. AUSSTELLUNG Moshe Gershuni gilt als Altmeister des israelischen Gegenwartskunst. Die Neue Nationalgalerie in Berlin präsentiert jetzt seine erste Werkschau im Ausland. Von NATASHA FREUNDEL …“

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Dietmar Moews konnte die Ausstellung bislang nicht besuchen und möchte aber allgemein dazu einladen bzw. auffordern: Gehen Sie hin. Schauen Sie sich die Werke dieses israelischen Künstlers, Moshe Gershuni, an.

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Dieser Blog-Beitrag LICHTGESCHWINDIGKEIT 4915 soll nebenbei auf die Ausstellung hinweisen. Er soll aber ein Beispiel für die „Kultur-Rubrik“ in der Jüdischen Allgemeinen geben und dabei den hier herausgehobenen Künstler Moshe Gershuni kurz charakterisieren. Der Bericht von Frau Freundel beginnt mit einer sozialen Szene beim Künstler, es ist ein aquarelliertes Tafelbild abgebildet, das wie Blutschleier aussieht und „Up there“ 1990, tituliert ist, dazu werden zahlreiche mündliche Aussagen oder schriftliche Textzitate nach Moshe Gershuni gegeben, hier vollständig zitiert, dazu mit Titeln aufgezählte Werke von Gershuni sowie Namen, aber ohne Veranschaulichung:

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Mein schöner Soldat …“ – der Bericht hat eine besondere Form, er  kommt nämlich wie eine fast private sinnliche Begebenheit: Besuch in Tel Aviv beim Künstler privat – und beginnt so:

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In Tel Aviv vor zehn Jahren saßen wir das erste Mal zusammen, bei „Shaul“ in der Eilat Street im Süden der Stadt. Moshe Gershunis Freunde Monique und Jacob Har-El hatten zum Essen eingeladen, die Filmemacherin Ziva Postec war dabei, meine Freundin Eva aus Frankfurt bestellte Ochsenschwanzsuppe und Gershuni gegrillte Rotbarben. Es war ein warmer Frühsommerabend, wir aßen, schwitzten, machten Witze. Und jeder sollte Gershunis Fischlein probieren. Er reichte den Teller über den Tisch, wir griffen zu, leckten uns die öligen Finger ab. Moshe und Eva tranken an diesem Abend wohl auch Brüderschaft mit Kuss, vielleicht trügt die Erinnerung. Der von Hand zu Hand gereichte Fischteller, diese Einladung, den Augenblick mit allen Sinnen zu genießen, bleibt immer mit Moshe Gershuni verbunden.

Orangenbäume. Wir sahen uns an einem der nächsten Tage bei einer Vernissage in der Kalisher Art School wieder. Positionen der israelischen Gegenwartskunst wurden dort ausgestellt. Die Videokünstlerin Nira Pereg etwa zeigte Tel Aviv aus dem Blickwinkel eines schwarzafrikanischen Migranten. Gershuni fiel als Vaterfigur der jungen Kunstszene auf. Seine Blätter aus der Serie „Made in Haste“ hatte er mit dem Druckgrafiker Jacub Har-El erstellt: im Schwarz-Weiß des alten Siebdruckverfahrens war da eine eilige skizzierte Fahne im Sturm zu sehen, in düsteren Variationen. Eine so symbolische Bildsprache verwendete kein anderer hier, und bei niemandem sonst waren Bibelzitate zu lesen: „Hätte ich doch eine Herberge in der Wüste! Dann könnte ich mein mein Volk verlassen und von ihm weggehen. Denn sie sind alle Ehebrecher, eine Rotte von Treulosen.“

Von allen Künstlern, die ich kenne, drückt Gershuni am besten aus, was es heißt, Jude und Israeli zu sein“, sagt Ziva Postec. Mitte der 90er Jahre drehte sie einen Dokumentarfilm über Gershuni … singt auf der Terrasse … Goethes vielfach vertonte Zeile „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn“. … Die organischen Formen auf seinen Gemälden, vielleicht wurzeln sie in den Obstplantagen des Vaters. … (…)

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…PARKINSON. Ziva Postecs Kamera begleitete Gershuni zu seinem ersten Lehrer Dov Feigin, der seinen inzwischen rundbäuchigen, Zigarre rauchenden ehemaligen Schüler immer noch „Moishele“ nannte. Moishele war eines Tages mit Fotos seiner Skulpturen zu Feigin gekommen: „Soll ich Kunst studieren?“ Die Antwort „Und was, wenn ich Nein sage?“ habe alles geklärt, erzählte Gershuni in Postecs Film.

Er habe immer „aus Notwendigkeit „ Kunst gemacht, „aber nie aus künstlerischer Notwendigkeit heraus“, sagt der 78 Jährige heute. … 2005 .. Die erste Gesamtschau israelischer Kunst in Berlin unter dem Titel „Die neuen Hebräer“. Gershuni der damals einem schalkhaften Buddha glich, konnte zum zornigen jungen Mann werden, wenn man ihn auf die israelischen Besatzungspolitik ansprach: „Komplexität! Ich habe die Rede von Komplexität satt. Betrachten wir es doch schwarz-weiß, die Araber sind die Juden von heute.“ Wütend stieß er das hervor, obwohl er damals nur schleppend sprechen konnte – das erste Anzeichen seiner Parkinson-Erkrankung.

Musik hören ist mein Beruf und Bilder malen mein Hobby“ .. „Ich hatte vor vier Jahren eine Werkschau im Tel Aviv Museum. Und da kam eine Gruppe von Gästen, die durch ganz Israel reisten, darunter Udo Kittelmann, der Direktor der Nationalgalerie Berlin. Meine Arbeiten hätten ihn sehr bewegt, sagte er. Ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Für einen Nicht-Israeli ist es nicht leicht, sich darauf einzulassen. Er aber sagte: „Ich muss eine Ausstellung mit diesen Werken machen ..“ ..Aus keiner Sprache zitiert Gershuni so häufig wie aus dem Deutschen .. „Schweinejuden“ .. Judenscheiße“ .. Wenn ich nach Deutschland komme, muss ich zuerst eine Schweinshaxe essen, um zu wissen, dass ich wirklich in Deutschland bin“..

No Father No Mother“ ist deutschen Ursprungs „Kein Vater keine Mutter“ .. Woyzeck… „es war einmal ein Kind und hatt‘ kein Vater und keine Mutter, war alles tot, und war niemand mehr auf der Welt“ .. “Mein schöner Soldat“ .. „Wie geht’s Soldat?“, „Schalom Soldat“ .. „Wer ist ein Zionist und wer nicht?“ .. „Wer ist ein Zionist – das ist eine Kernfrage in Israel. Doch was bedeutet das für einen Deutschen?“ .. „bis ins Extrem unkünstlerischen Ausdruck“ .. „Ich hoffe, dass diese zwei Augen, diese zwei Punkte ohne Gesicht, die Persönlichkeit jener Figur repräsentieren können, die zerstört würde …“ .. „See you in Berlin“.

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DIETMAR MOEWS 1994 Pandora Kunst Projekt München

DIETMAR MOEWS 1994
Pandora Kunst Projekt München

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Dietmar Moews meint: Kunst wird zur Kultur durch Gebrauch und das Reden über den Gebrauch: Gebrauchsgerede:

„Komplexität! Ich habe die Rede von Komplexität satt. Betrachten wir es doch schwarz-weiß, die Araber sind die Juden von heute.“

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„Wütend stieß er das hervor“ – wer? einer der neuen Hebräer, Moshe Gershuni, laut „Jüdische Allgemeine“.

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