HITLERTAG, aber wie?

Lichtgeschwindigkeit 4697

am Sonntag, 20. Juli 2014

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ZUGINSFELD am 19. Juli 2014 in der Mainzer Straße nördlich Eierplätzchen: DIETMAR liest OTTO während FRANK fotografiert, STREET ART KÖLN 2014

ZUGINSFELD am 19. Juli 2014 in der Mainzer Straße nördlich Eierplätzchen: DIETMAR liest OTTO während FRANK fotografiert, STREET ART KÖLN 2014

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Die erste Bundesrepublik Deutschland – 1948-1991 – hatte einige Feier-und Gedenktage in jährlicher Wiederkehr eingeführt, die im Laufe der Jahre und jetzt, nach dem Beitritt der Mitteldeutschen im Jahr 1991, in der zweiten Bundesrepublik Deutschland, in den Herzen des Volkes erkalten.

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Ob Volkstrauertag, 17. Juni, 9 / 11 oder eben der 20. Juli, die Tage sind in den Routinen einschlägiger Verbände fest notiert (und staatlich budgetiert), aber den Leuten sind Helden, die sie nicht kennen, Wurst.

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DIETMAR MOEWS gemalt 1975 in Springe

DIETMAR MOEWS
gemalt 1975 in Springe

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Am 26. April 1986 explodierte der Kernreaktor von Tschernobyl in der ukrainischen UDSSR. Es war eine unglaubliche Aneinanderreihung von vorschriftswidrigen Eingriffen, von Hand, der zur Steuerung und Überwachung des laufenden Reaktors in den Kontrollräumen anwesenden Fach-Ingenieuren. Diese Leute haben Alles getan, dass ein unwahrscheinliches Unglück so passieren kann, als sei es Sabotage. Und heute feiert Keiner den 26. April.

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Man kann sich in sofern darüber beruhigen, dass auch im Anschluss des Supergaus, in nah und fern, weitere Ketten von Fehlern und Lügen als „Feier des Besonderen“ für probat gehalten wird.

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Dr. Dietmar MoewsDSCF0320

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Dietmar Moews meint: Ein einzelner Mensch kann unter Umständen ein großes technisches Unglück auslösen, politische Veränderungen sind dem Einzelnen allein nicht erreichbar (bringt man den Papst um, gibt’s postwendend einen neuen).

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Der Einzel-Zeitbombenleger Georg Elser von München, 1939, der der Überzeugung war, Hitler ist ein Tyrann, ein Tyrann muss durch einen Tyrannenmord beseitigt werden, hat das selbst versucht – es ging schief. Elser wurde sogar sofort gefangen und 1945 umgebracht. Widmet man ihm einen Gedenktag? Nun, dem Elser wird anerkennend gedacht und jeweils öffentlich Dank nachgerufen. Das Elsergedenken hat in den Herzen des Volkes einen Resonanzraum, der weiterträgt, selbst wenn staatliche Anstrengungen sehr abwiegelnd tief gehängt sind.

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Andersherum ist es mit dem 20. Juli:

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So lange nicht ausdrücklich eine Bewertung der Hitlerei zum 20. Juli ausgesprochen wird, dass die kleine Gruppe zum 20. Juli, und der Gesprächskreis aus dem Großbürgertum, dem deutschen Adel und der hohen Militärführung, tausend Jahre lang dieses totalitäre Machtsystem mitorganisiert und getragen hatte. Wenn nicht klar festgestellt wird, dass erst, als Alles klar und zu spät war, im Juli 1944, die Aktion Stauffenberg ein Beispiel einer „erfolgreich scheiternden Organisation“ vollbrachte, anschließend die Aktiven den Tod fanden, so lange wird eine Heldenverehrung oder ein geliehener Trost „man konnte nichts machen“ als Heuchelei und Legitimationsvehikel empfunden bleiben.

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Vielleicht denken sich die deutschen Gedenktag-Designer endlich mal einen Hitlergedenktag aus, der über den Tag hinaus bedenkenswert macht, was, ohne Frage, ab 1933 in ein riesiges Unheil geführt werden konnte:

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Hitlers Todestag? Die Abdankung des englischen Tronfolgers 1936? Die Einführung verheerender Volksabstimmungen? Die Emigration herausragender Künstler oder Wissenschaftler? Spezifische Strukturen der gesellschaftlichen Zersetzung und Führungsbedürftigkeit? Die Etablierung von fortwährenden wissenschaftlich anzustellenden Hitlervergleichen und öffentliche Diskussion dazu, was ist gleich oder ähnlich? Was ist ungleich und nicht gleichsetzbar?

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Kurz, leere Gedenktage sind Murks und innenpolitisch Unfug. Was kann aus Fehlern oder Katastrophen gelernt werden? Was lernen wir aus Hitler?

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https://www.youtube.com/watch?v=xotmrWmtsLw&feature=youtu.be

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Wir können miteinander sprechen.

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ZUGINSFELD auf dem Eierplätzchen Köln Südstadt am 19. Juli 2014

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