DGB-Personalie: DGB-Vorsitz Michael Sommer übergab

 

Lichtgeschwindigkeit 4400

am 12. Mai 2014

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Michael Sommer, geboren 1952 in Meersburg, ein lupenreiner Gewerkschafts-SPD-Kader, hat nach zwölf Jahren im Amt als erster Vorstand des DGB (Deutscher Industriegewerkschafts Bund) seinen altersgemäßen Rücktritt erklärt.

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Sommer gehörte zur Postgewerkschaft, die später mit der IG-Medien zur ver.di zusammengeschlossen worden war, und bekleidete jahrelang die Funktion des zweiten Vorsitzenden.

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Michael Sommer führte den DGB aus der alten SPD-Anbindung in die heutige Lage, wo der DGB es mit allen Blockparteien des deutschen Kapitalismus gleichermaßen tut bzw. mitmacht.

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Die quasi SPD-Ferme des DGB entwickelte sich in der SPD-Grüne-Bundeskoalition mit Bundeskanzler Schröder. Es bezog sich auf zahlreiche sozial-, finanz- und wirtschaftspolitische Themen, in denen Schröder und Müntefehring zuletzt die sogenannte „AGENDA 2010“ und die Hartz IV-Ideen mit verminderten Sozialstaatsleistungen, aber auch die deutsche Kriegsbeteiligung im Balkankrieg oder mit anderen, der deutschen Gewerkschaftbewegung ungemäße Bewegungsrichtungen, die den traditionellen Genossenstil abgeschafft haben.

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Als Adept der ver.di-Gewerkschaft, die auch Medien und Künstler ressortiert, ist Michael Sommer daran beteiligt, dass die Kulturindustrie das gesamte ökonomische Entfaltungswesen der Künstler als Prototypenschaffer und Unikatshandwerker ins regulatorische Abseits gestellt hat. Heutzutage muss man ein kulturindustrieller Künstler sein oder braucht eine reiche Oma.

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Michael Sommer hatte stets einen konzillanten Handlungsstil, war immer verlässlich und professionell informiert. Man muss dafür dankbar sein, einen DGB-Vorsitzenden gehabt zu haben, der mit seiner intellektuellen Kraft und Dynamik auch die Gewerkschaftsaustritte abgefangen hat.

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Schließlich ist die Industriearbeiterschaft ein führungsbedürftiger Anteil der modernen Gesellschaft, dem durch den gewerkschaftlichen Korporatismus und die gewerkschaftlichen Bildungswerke eine besondere Integrationsaufgabe zukommt, statt der Gesellschaft, dem Staat und den Arbeitern die Marx’sche Kartoffelsack-Soziologie der „Pariser Manuskripte“ anzutun.

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Allerdings gehört es zum Selbstverständnis des DGB, die eigenen Mitglieder, die arbeitslos wurden, als Arbeitslose nicht zu vertreten.

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Folglich müssten zukünftig Maschinen, die an Stelle von Industriearbeitern produzieren, DGB-Mitglied werden und Michael Sommer wäre durch einen Computer zu ersetzen

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In Michael Sommers Vorstandszeit, in den Jahren 2002 bis 2014, konnten die Austritte und Sterbezahlen unter DGB-Mitgliedern inzwischen durch entsprechende Quoten von Neumitgliedern aufgefangen werden und halten sich derzeit die Waage. Dies ist auch eine Folge der Wertausstrahlung des DGB, die Michael Sommer durch seine Persönlichkeit erhöht hat, statt, wie viele vor ihm, und auch heute noch, dem DGB einen Selbstbereichungs-Mafia-Anstrich zu verpassen.

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Heute tagte der DGB in Berlin und wählte einen neuen DGB-Vorsitzenden. Es wurde Reiner Hoffmann, aus der IG Bergbau, Chemie usw., mit 93-prozentiger Zustimmung, als einziger Kandidat, bestätigt.

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