Türkei rührt an Erinnern und Vergessen

Lichtgeschwindigkeit 4329

am 24. April 2014

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Erinnern und Vergessen

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Der türkische Ministerpräsident Erdogan erklärte sich zum Geschichtsbewusstsein und zur türkischen Vergangenheit betreffs Völkermord an den Armeniern.

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Das Osmanische Reich hat vor 99 Jahren ca. 1,5 Millionen Armenier aus angestammtem Lebensraum durch Vertreibung ausgerottet und durch Ausrottung vertrieben. Armenier sind überwiegend christlich orientiert – die osmanischen Türken waren sunnitisch-islamisch.

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Bis heute streitet die sunnitische Türkei, die sich in der Nachfolge des Osmanischen Reichs und der säkularisierten Kemal-Atatürk-Türkei versteht, ab, dass es den Völkermord an den Armeniern überhaupt gegeben hat.

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Erdogan steht mit dem Genozid der Türken, im Jahr 1915 an den Armeniern, bis heute in der Tradition der Mao-Millionen-Massenmorde-Leugnern in China, in Tradition der stalinistischen Millionen-Massenmorde-Leugner unter Putin in Russland, die Säuberung 1937, die Solchenyzin im Archipel Gulag bezeugt, und in der Tradition der durch die „Auschwitz-Lüge“ von Deutschen abgestrittenen Verfolgung, Vertreibung und millionenfache Vernichtung der europäischen Juden durch Hitler-Deutschland in Europa bis 1945.

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http://www.youtube.com/watch?v=jHJm5qwzsN0

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Es ist eine metaphysische Notwendigkeit für ein gelingendes Miteinander, dass die Menschen durch Einstimmung der vielseitigen Blickwinkel auf die gemeinsame Geschichte, eine Anerkennung der harten Tatsachen gemeinsam bezeugen. 

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Die angebliche machtbestimmte Konstruktion von Geschichte – wie es Relativisten heute in der Geschichtswissenschaft als schwaches Denken fordern – hält Dietmar Moews für blanke Schwachmatik. Wir müssen uns an die harten Tatsachen halten.

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Und wo keine harten Tatsachen überliefert worden sind, können wir allein mit Urteilskraft, Intuition und Durchblick klug sein – Geschichtswahrheit entsteht dadurch nicht. Mehrheitlich über Shakespeare oder nicht? abstimmen, schafft keine Geschichtswahrheit, wo keine Dokumente überliefert sind.

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Dietmar Moews wundert sich: Warum kann nicht sowohl Wissen festgestellt werden wie Nichtwissen erkannt und anerkannt werden?

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http://www.youtube.com/watch?v=HBv_jGoSWmU

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Erdogan hat nun im Jahr 2014 im Namen der Türkei den Armeniern sein Beileid für das den Armeniern zugefügte Leid (durch Vertreibung, Massaker und den Völkermord) ausgesprochen.

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Er hat nicht um Entschuldigung gebeten und auch die Massaker nicht Völkermord genannt. Aber Erdogan scheint den osmanischen Völkermord, der bis heute in der Türkei abgestritten wird und nicht in den türkischen Geschichtsbüchern dokumentiert und bezeugt wird, benannt. 1,5 Millionen Armenier – abgestritten? Jeder tote verleugnete Armenier ist eine seelische Krankheit der Türken.

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Erdogan hat damit vor der Weltöffentlichkeit einen Schritt aus der türkischen Geschichtsschreibung in die Weltgeschichte gemacht. Erdogan handelt momentan  im Schatten großer Zerrüttungen in seiner Weltgegend, in Syrien und in der Ukraine, in Georgien und in Palästina, in Kurdistan und im Irak.

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