Demoskopie-Propaganda im Vergleich

Lichtgeschwindigkeit 4325

am 22. April 2014

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BEISPIEL: Demoskopie Allensbach ermittelt zu blöd: Man fragt irgend wen und zählt die vorgegebenen Jas und Neins im Kuckucksprinzip.

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BEISPIEL: Poll backs Guardian over NSA. Aktuelle Umfrage im Vereinigten Königreich Großbritannien stützen die Zeitung The Guardian für die Veröffentlichung der NSA-Geheimdienstpraktiken durch Snowden.

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Bereits in den 1930er Jahren entwickelten US-Amerikanische Soziologen und Publizisten (Leo Loewenthal „Falsche Propheten“) konkrete Methoden der politischen Propaganda.

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Solche Propagandamethoden brachte die deutsche Publizistin Dr. Elisabeth Nölle (später Noelle-Neumann in Allensbach) aus den USA in die Goebbels-Propagandaschmiede der NSDAP, wo daraus tüchtig Funken geschlagen worden sind. Noelle-Neumanns Karriere in der ersten Bundesrepublik mit erheblichen Funktionen für die CDU-Regierungen und für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, waren systemrelevant.

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Elisbath Noelle-Neumann hat sich niemals von ihrer Altnazi-Vergangenheit distanziert.

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Sie hat insbesondere nie Abstand genommen, von der Allensbach-Umfrage-Propaganda, von den Kuckucksfragen und von den sogenannten Sonntagsfragen (Wen würden Sie wählen, wenn heute Wahlen wären?) ausdrücklich zur Wahlbeeinflussung im Sinne derjenigen Partei, die die Umfrage bezahlt.

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Dabei bezog man Erfahrungen aus der Werbung sowie die rasant verfügbar werdenden neuen Medien und deren neuen elektronischen Echtzeitkommunikationstechniken.

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Zeitungsredaktionen konnten schnell drucken, konnten verbessert Bilder aufbieten. Telefon und Telegramm brachten weltweite Nachrichten, Kino-Film-Weltspiegel, Schallplatten, Radiofunk und Fernsehfunk – eine kommunikative Beschleunigung geriet geradezu aus den Fugen bzw. gab den Impressarios unermessliche Macht.

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Im Bereich der IT-Kommunikation tritt Allensbach nicht durch relevante wissenschaftliche Praktiken hervor, sondern lediglich durch die Benutzung der Telematik, deren Reichweite, Allgegenwart und Geschwindigkeit.

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Eine bis heute unwissenschaftlich und propagandistisch angewendete Einflussmethode auf die allgemeine Alltagswelt, mit überprüfbarer Durchdringung, Reichweite und Wirkung im Sinn von Information, Desinformation, Nichtinformation, sowie von Wertschätzung und Geringschätzung bei den Menschen, sind gezielt formulierte und durchgeführte sogenannte Meinungserhebungen.

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Profitorientierte Demoskopieunternehmen beschäftigen ungelernte Telefonisten und Interviewer, die stellen Kuckucksfragen an einzelne Passanten auf der Straße oder durch private Telefonanrufe.

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Dabei werden standardisierte Fragen und Antworten dem Befragten angeboten. Abschließend werden die Antworten (O-Töne) ausgezählt. Wer nicht antworten möchte oder lügt, wird dabei unterschlagen bzw. gar nicht festgestellt. Man nennt das quantitative Datenerhebung.

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BEISPIEL: Demoskopie Allensbach ermittelt zu blöd: Wir finden immer wieder Allensbach-Umfrageergebisse in der FAZ (einmal monatlich), etwa zu Fragen wie:

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Sind die Deutschen zufrieden?

Sind die Deutschen glücklich?

Haben die Deutschen Zukunftsangst?

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Gefragt wird angeblich repräsentativ, also eine Zufallsauswahl von zu Befragenden wird nach einer Durchschnittseigenschaften-Zuordnung und Anzahl befragt – wenn man sie erreichen kann.

– Was denkst du über die anderen Deutschen? Bist du Deutscher? Hast du Zukunftsangst? Hast du Angst, deine Zukunftsangst am Telefon bekanntzugeben?

– Ist die Frage eigentlich eine Omnisbusfrage? Omnibus nennt man, wenn eine Frage und eine Antwort zugleich für mehrere Fragefelder ausgenutzt werden, (z. B. FRAGE: Bist du glücklich? Bist du zur Anrufzeit telefonisch erreichbar?

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Ausgebeutet wird dein Antwortverhalten dann möglicherweise so: Antwortest du überhaupt auf diese Frage am Telefon, Ja oder Nein? Sagst du Fremden deine Meinung überhaupt? Antwortest du Fremden ehrlich? Wann und wie benutzt du dein Telefon? Welches Wissen hast du zum gefragten Feld? Welches Wissen hast du konkret zum Thema?

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In wie fern ist der Auswahlkreis der angerufenen zu Befragenden repräsentativ, wenn man doch nicht alle im Telefonbuch findet, die dort stehen müssten, damit es repräsentativ werden könnte?

– wie oft wird der repräsentativ Anzurufende wiederholt angerufen, nachdem der mehrfach nicht erreichbar war? Fließt die Erreichbarkeit und Willigkeit an der Umfrage teilzunehmen in die Auswertung der Antworten qualitativ ein?

– wenn man nicht alle Nummern der Mobiltelefoneigentümer kennt,

– wenn Viele bei Anruf einer unbekannten Anrufernummer, den Telefonanruf zur Umfrage nicht annehmen,

– nur diejenigen annehmen, die gerade dazu lustig sind, alle Unlustigen aber nicht,

– wenn der Anruf für den zu Befragenden zur Unzeit kommt, er schläft, er arbeitet, er ist in Eile usw.

– Was passiert, wenn der Befragte eine Gegenfrage zum Verständnis stellt und damit die standartisierte Quantitativerhebung durchbrochen wird?

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Wer jemals zu diesen und anderen Fragen und Problemen bei Allensbachpublikationen Informationen gefunden hat? BITTE MELDEN!

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Den Kuckucksfaktor, den Allensbach beinahe permanent bemüht – also gewünschtes Antwortverhalten durch gezielte Fragestellung erzeugen – erläutert Allensbach nie. Allensbachs Methode ist so gesehen stets Propaganda und nicht Meinungsforschung.

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FRAGE: Glauben Sie an die Spruchweisheit: Wer zahlt, bestellt die Musik?

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BEISPIEL: Poll backs Guardian over NSA. YouGov finds 37% of the British people thought the Guardian was right to publish while 22% thought it wrong (Quelle: Guardian.uk. am 22. 4.2014). Zu Deutsch: „Aktuelle Umfrage im Vereinigten Königreich Großbritannien stützen die Zeitung The Guardian für die Veröffentlichung der NSA-Geheimdienstpraktiken durch Snowden. Das Regierungs-Umfrage-Institut YouGov hat ermittelt, dass 37 % der Briten dachten, der Guardian hatte Recht damit, die NSA-Geheimnisse zu veröffentlichen, während 22 % der Briten dachten, das wäre falsch gewesen.“

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Von allen befragten Briten (100 %) werden hier insgesamt 59 % übermittelt.

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Was fehlt? – Wer kann sagen, ob diese Befragten wahrhaftig geantwortet hatten?

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Wer kann sagen, ob die Befragten die Fragen verstanden haben?

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Ob sie die Voraussetzungen der Fragen zutreffend kannten oder nur auf Gerüchte oder Empfindungen reagierten?

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Wer kann sagen, wer hier im Interview wen gefragt hat – Männlein Weiblein? Alt, jung? Jung, alt?

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Kurz, es mangelt und fehlt bei diesen Umfragen an methodischer Überprüfung, ob und wie hinter den Antworten Meinungserklärungen stehen, denen ein Wertverhalten bzw. Verhaltensnormen zugrunde liegt?

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Und wie verlässlich sind die Wertäußerungen? Fragt man in einer friedlichen Situation am Nachmittag, mag die Antwort ehrlich sein – jedoch, wenn ein Ernstfall das wirkliche Verhalten verlangt, könnte sich der Befragte spontan oder berechnend ganz entgegengesetzt verhalten. Er antwortet im Telefoninterview möglicherweise verantwortungsethisch GUT, handelt aber wenn er praktisch gefordert wird gesinnungsethisch SCHLECHT (also rücksichtslos).

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Die Polls und demoskopischen Umfragen werden von den Umfrageinstituten so gut wie nie auf ihren Wirklichkeitsverlass methodisch überprüft – sie sind so gesehen Müll. Und man kann getrost annehmen: Wer den Auftrag einer Umfrage bezahlt, kann ein wunschgemäßes Ergebnis erhalten.

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Besonders heikel und methodisch unsinnig ist dabei, dass Nichtantworten oder eigene Wertformulierungen nicht qualitativ ausgewertet werden, sondern in ein quantitatives Ja/Nein-Raster gepresst werden.

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Das Kuckucksprinzip dabei besteht in dem inzwischen längst wissenschaftlich festgestellten Antwortverhalten der Befragten:

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Die große Mehrheit aller Befragten antwortet niemals wahrheitsgemäß, sondern flüchtet immer in einen Anpassungsmodus hinein. Die Befragten antworten, was sie glauben, dass bei der Befragung vom Befrager erwartet wird. Durch Affirmation vermeidet der Befragte Nachfragen seitens des Interviewers (entsprechend verhalten sich Menschen überhaupt in heterogenen Gruppen, wo Widerspruch und Gegenfragen aufzukommen drohen können).

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Motive dafür sind zunächst allgemeine Harmoniesucht, alsdann Erleichterungsstreben: Denn wer kontrovers antwortet, riskiert Nachfragen. Wer angepasst antwortet, wird damit eine weitere Befragung oder Nachfragen los.

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Die Befragten möchten nicht Nichtantworten. Denn es entstünde ein Begründungszwang: warum willst du nicht antworten? Man möchte nicht vermeindlich unerwünschte Positionen bekanntgeben. Aber man möchte auch nicht sagen, welche Vorbehalte oder auch welches Insiderwissen man in der befragten Angelegenheit hat.

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Es kommt bei diesen Fragen stets eine nicht ausgewiesene Quote der Kuckucksantworten heraus, die man durch die Fragestellung und durch die Fragesituation vorher hineingebracht hat. Beweis ist leicht zu erbringen, indem man die Frage- und Frager/Befragtensituation ändert und zu den gleichen Wertfragen darauf anderes Antwortverhalten der Befragten erhielte.

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Antworten und O-Töne sind also nur Antwortverhalten.

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Keinesfalls kann man daher in einfacher Ableitung konkrete Wertäußerungen oder gar verlässliche Verhaltensnormen erkennen, außer über Antwortverhalten. Doch auch dieses müsste methodisch qualitativ erhoben, analysiert und interpretiert werden, bis man damit nutzbringend umgehen könnte.

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Was war jetzt beim YouGov-Poll mit den restlichen 41 %? Wir werden es wohl nie erfahren. Wir wissen aber, dass die angeblichen 37 % gegen BIG BOTHER noch Reste von Zivilcourage zeigen.

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