SAHARA-Staub-Inferno über Deutschland

Lichtgeschwindigkeit 4276

6. April 2014

Fast unterdrückt worden ist die Information der Deutschen zu der infernalischen Sonnenverdunklung durch die kontinentgroße, in der Höhe die Atmosphäre bis an den Weltraum füllende, Staubwolke aus Marokko.

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Die systematische beinahe Nichtinformation hat nicht allein mit der im Bild schlechten Darstellbarkeit zu tun. Es ist eindeutig informationspolitische Absicht, wenn die staatlichen Fernsehsender in Tagesschau oder heute-Nachrichten den Sahara-Staub so gut wie verheimlichen.

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Unglaubliche Staubschichten bedeckten im Freien parkende Autos, sowie es zu Regen oder Nebelniederschlag kam, wodurch dieser Staub an den Boden gedrückt wird. Die Staubdichte hatte für die Augensicht bei Tage eine Undurchdringlichkeit wie dichter Nebel.

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Die riesigen Wolken aus Saharastaub, die derzeit in weiten Teilen Deutschlands die Sonne verschleiern, werden aktuell von zwei Forschungsflugzeugen der Fachhochschule Düsseldorf vermessen. Diese regelmäßig auftretenden Wolken aus Wüstenstaub beeinflussen das Klima auf der Erde.

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Er ist klein, dieser Wüstenstaub aus der Sahara am Himmel. Seine flüssigen oder festen Teile kommen nur auf die Größe eines Hundertstels oder eines Tausendstels der menschlichen Haardicke. Schätzungen zufolge gelangen jährlich fünf Milliarden Tonnen sogenannter Aerosolpartikel durch natürliche oder vom Menschen verursachte Prozesse in die Atmosphäre. Der Wüstenstaub trägt hierzu etwa 1,5 Millionen Tonnen bei. Und die Sahara ist mit neun Millionen Quadratmetern – das entspricht etwa vier Fünfteln der Fläche Europas – die größte Quelle für Wüstenstaub und trägt zu 60 Prozent zur globalen Wüstenstaubemission bei.

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Die Fachhochschule Düsseldorf hat aktuell gleich zwei Forschungsflugzeuge in der Luft, die die derzeitige Saharastaub-Wolke genau untersuchen. Gestern, am 3. April 2014, hoben die einmotorige Flight Design CT und die zweimotorige Diamond DA 42 das erste Mal vom Boden ab, um im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes dem Wüstenstaub zu Leibe zu rücken.

Diese beiden Flugzeuge sind stauberprobt. Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Professor Dr. Konradin Weber hat schon die unterschiedlichsten Untersuchungen in Eruptionswolken verschiedener Vulkane – darunter der so schön unaussprechliche Eyjafjallajökull auf Island, der Grimsvötn auf Island, der Ätna auf Sizilien und der Stromboli nördlich von Sizilien – durchgeführt.

Auf dem Hohen Peißenberg steht die älteste Bergwetterstation der Welt

Die beiden Flugzeuge fliegen bei ihren Messungen unterschiedliche Routen ab. Die Flight Design CT untersucht die Atmosphäre über dem Ruhrgebiet bis nach Frankreich hinein. Die Diamond DA 42 folgt einer Route vom Ruhrgebiet bis nach Hohenpeißenberg. Dort oben im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau befindet sich ein Sendeturm und ein meterologisches Observatorium des Deutschen Wetterdienstes, das als die älteste Bergwetterstation der Welt gilt.

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An Bord haben beide Flugzeuge hochmoderne Laser-Messtechnik zur Untersuchung von Stäuben. Während ihrer Flugstunden sammeln beide Flieger auch Staubproben in der Luft für eine spätere Untersuchung im Elektronenmikroskop. Wenn die Diamond an einer der DWD-Messstationen ankommt, so beginnt ein spektakuläres Schauspiel. Die Maschine schraubt sich dann in Spiralflügen in große Höhe hinauf und sammelt Messdaten aus der Sahara-Staubwolke.

Laserstrahl vermisst die Dicke der Wolken

Die Messstationen sondieren mit einem senkrecht nach oben gerichteten Laserstrahl die Saharastaubwolke bis in mehrere Kilometer Höhe. Dieses Profil der senkrechten Lasermessung wird Ceilometer genannt. Der Laser-Ceilograph misst die Laufzeit eines vom Boden senkrecht nach oben ausgesandten Lichtpuls eines Lasers zur Wolkendecke und zurück. Aus der Laufzeit und der Lichtgeschwindigkeit kann die Höhe der Staubwolken berechnet werden. Mit den spektakulären Spiralflügen in die Höhe der Diamond DA 42 entsteht ein perfektes Vergleichsmessprofil, um die Resultate der Ceilometer-Stationen mit denen der Forschungsflugzeuge zu vergleichen.

Wüstenstäube beeinflussen das Klima

Der Aufwand ist durchaus berechtigt. Denn der Saharastaub ist nicht nur lästiges Beiwerk ungünstiger Wetterkonstellationen, der die schöne Frühlingssonne eintrübt. Dieser Staub ist einer der großen Unbekannten im Spielfeld der globalen Klimaprognosen. Staub aus der Sahara wird regelmäßig aus Afrika nach Westen übe den Atlantik in die Karibik transportiert. „Gerade unter dem Aspekt der globalen Klimaveränderung ist es wichtig, genaue Kenntnis über die Eigenschaft der Wüstenaerosolpartikel in der Atmosphäre zu erhalten“, betont Professor Dr. Bernadett Weinzierl vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

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Die außergewöhnliche Vernebelung über ganz Europa wirkt wie ein militärisches Projekt. Die Nichtinformation passt dazu perfekt. Kein Bundespräsident hielt es für nötig, sich an die Deutschen in einer weitreichenden öffentlichen Erklärung zum „Sahara-Staub“ zu erklären.

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Es werden sicher Informationen und Erklärungen nachgeschoben. Zunächst ist zu beobachten und festzustellen, dass die weitere Öffentlichkeit der Staubwolke völlig gleichgültig gegenüber stand. Es kam zu keinerlei Beschwerden wegen der Nichtinformation gegen die staatlichen Stellen oder gegen die Publizistik.

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Eine schauerliche Angelegenheit der Gleichgültigkeit, die sich die demokratische Öffentlichkeit leisten zu können glaubt. Die politischen Parteien versagen offensichtlich alle, die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.

 

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