Marshall Mc Luhan in der Neuen Sinnlichkeit

Lichtgeschwindigkeit 4098

Marshall Mc Luhan in der Neuen Sinnlichkeit

Selbstverspottung ist das Medium

Anmerkung zu Marshall Mc Luhan The Medium is the Message“ in NEUE SINNLICHKEIT 59

In diesem Moment, wo das starke zweckrationale Denken der naturwissenschaftlich positivistischen Vorstellungsorientierung die Weltherrschaft und die Weltzerstörung bestimmt, lavieren die Stalinisten und Bolschewisten noch immer mit den Billigzeichen des schwachen Denkens. Man sagt: Es gibt keine Wahrheit – Alles sei Interpretation. Man glaubt an individuelle Assoziation statt kritischer Urteilskraft. Man hat auch in dem teils freien Westen eine Vorstellung zur Leitkultur erhoben, in der Epistemologie vor Ontologie gesetzt wird. Wo man die weit an ihren eigenen Oberflächen Verirrten noch weiter irreführt und nicht begreift, dass die Realität die Vernunft bestimmt und nicht die Vernunft die Realität. Und in dem man das so praktiziert, entsteht eine unvernünftige Realität, die man unfähig ist mittels kritischer Urteilskraft (Immanuel Kant) hinsichtlich des Vernunftgehalts zu erkennen und zu benennen. Stattdessen hausieren die Schwachmaten mit Glücksrittern, wie Marshall Mc Luhan und dessen The medium is the message“, statt auf Bob Dylan zu hören, der sagte: Willst Du Dich in der Welt auskennen? dann schau gefälligst Fernsehen.

Was nun? Kommt aus dem Fernsehen nur Fernsehen? oder kommt aus dem Fernsehen gültige Information aus der Welt und vom wirklichen Leben der Menschen?

Mit der Diskussion des Neuen Realismus von Maurizio Ferraris und den nichtsgültigen Ansagen von John Brockman und seiner „Dritten Kultur“ ist hier mit einem Text aus der NEUE SINNLICHKEIT 59, Blätter für Globus mit Vorgarten, Dezember 2008 BERLIN Anregung zur Vertiefung gegeben.

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Dietmar Moews beim Tageskommentar der LICHTGESCHWINDIGKEIT vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Die Buchstabensuppe ist voller Zeichen. Wenns denn Sinn ergibt. Für den für jeden Blödsinn zu Tode gerittenen Spruch des Marshall McLuhan von 1967, „The Medium is the Message“, ist indes mal so langsam Besinnung angeraten. Noch anfang November 2008 zitierte ein Medienredakteur im Deutschlandfunk wieder einmal dieses unsinnige McLuhan- Diktum, um irgendwas nicht inhaltlich klären zu müssen – weil ja, bekanntlich, – man immer alles abwürgen kann mit „The Medium is the Message“. (Dabei sendet der DLF insgesamt gesehen das beste deutschsprachige Radioprogramm – ein Staatssender).

McLuhan ist weder ein Strukturempiriker, der etwas über Technik, ob Fernsehen oder Internetz , mit Menschen erarbeitet hätte. Alle Behauptungen Mc Luhans im Bereich der Medien haben den Mangel, dass er weder etwas von IT und Technik verstand, aber auch nicht Soziologie konnte, nicht Menschen in ihrer Benutzung der Medien erforscht hat. Untechnische Aussagen zum Fernsehen, ohne den menschlichen Umgang? Was soll es? – Verspottung der Menschen?

Wenn es immer heißt: das Fernsehen ist schädlich, das Fernsehen soll doch Moral und Klugheit, Menschlichkeit und Augenmaß vermitteln, besonders den Kindern nützen und nicht schaden und so weiter. Dann sagt der Medienlaie mit dem anmaßenden McLuhan: Ach, das ist zu viel verlangt vom Fernsehen. Und Günter Jauch hätte es ja auch gesagt (was weiß denn Günter Jauch?): Aus dem Fernsehen käme doch immer Fernsehen. Der Krimimord im Fernsehen ist doch nur ein Fernseherlebnis – Inhalte sind im Prinzip alle gleich gefährlich oder ungefährlich, gleich nützlich oder unnützlich – Medien können die Leute nur bei ihren Werten ansprechen, anbieten, nicht aber andere Werte erzwingen.

Damit fehlt bei McLuhan der Bezug zu den Menschen am Fernsehgerät. Sozio-geistige Folgen, wie Gespräche, Gedankenaustausch, Meinungen und das, oft abweichende, nonverbale Verhalten fehlen. The Medium is the Message würgt das soziale Verständnis des Umgangs im Fernseherlebnis, nämlich von Mensch zu Mensch und den Aufschluss um das soziale Geschehen als Rezeptions- und Perzeptionsgeschehen am Fernsehen und beim Fernsehen, ab.

Kurz: Es ist nicht alles gleich Sülze, ob ich das Flugzeug von 9/11 in den Turm rasen sehe, Elton John an Dianas Sarg singt oder das Testbild abgeschafft ist.

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