Neue Sinnlichkeit, dreimal Sport die Woche, aber keine Zeit zum Lesen

Die Abwesenheit von Zwang ist die geltende Qualität von Freiheit für jeden Menschen. Selbst verfügen und nicht verfügt werden erfüllen lediglich allgemeine Interessen des Menschen, aber zeugen indes von sozialer Schwäche. Wer also nicht teilnimmt am zuhandenen Geist, fällt sozial ab –
er schwimmt im Wahn der Selbstverfügung, in seiner Freiheit von dem sozialen Zwang, geistig mitzugehen. Frei und allein bei Sport und Wellness.
Und wie viele Konserven und Abgepacktes essen Sie täglich? Okee Dokee – dann also hier was Sozio-Geistiges, das Zeit kostet aber einbindet:

Die Dichterin Elisabeth Kulmann schrieb laut Frankfurter Allgemeine Zeitung
das bedenkenswerte Gedicht mit dem Titel

Gekämpft hat meine Barke

Gekämpft hat meine Barke
Mit der erzürnten Fluth.
Ich seh‘ des Himmels Marke,
Es sinkt des Meeres Wuth.

Ich kann dich nicht vermeiden,
O Tod nicht meiner Wahl!
Das Ende meiner Leiden
Beginnt der Mutter Qual.

O Mutterherz, dich drücke
Dein Schmerz nicht allzusehr!
Nur wenig Augenblicke
Trennt uns des Todes Meer.

Dort angelangt, entweiche
Ich nimmermehr dem Strand:
Seh‘ stets nach dir, und reiche
Der Landenden die Hand.

(1824 gedichtet; 1851 von Robert Schumann als letztes Lied vertont)

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