Lichtgeschwindigkeit 611

 

Lichtgeschwindigkeit 611 LEIDENSCHAFTLICHE MEISTERSCHAFT und Kommentar aus Sicht der IT-Soziologie zur Medienlage von dem Künstlergelehrten Dr. Dietmar Moews – live und ungeschnitten – muss auch immer die Werte der Primaten berücksichtigen:im asz Alphons Silbermann Zentrum, am Freitag, 28. Oktober 2010, BILD Berlin/Brandenburg, BBC.co.uk, focus.de, CCC.de, bild.de, Piratenpartei Deutschland.de, heise.de, DLF.
Piratenthema hier: LEIDENSCHAFTLICHE MEISTERSCHAFT in der Malerei werden mit dem Superlativ der Einzigartigkeit belohnt und sind mit vollkommener Inspiration und Anstrengung , also Ehrgeiz und Hingabe, zu bezahlen. Wer dazu nicht ausreichend Talent und Kraft hat, wird wenig erreichen, immerhin aber Kennerschaft und Respekt vor der Spitzenleistung.
Dietmar Moews meint: Anfang der 1970er Jahre entdeckte ich meine Vorliebe für Georges de La Tour, den auch mein Freund und Lehrer in Hannover, der Maler Egon Neubauer (1920-1992), sehr schätzte, indem er oft sagte: Die Wahrsagerin des Georges de La Tour ist „Reiner Jugendstil“; das signalisierte Superlativ. La Tours Genie besteht in dem gegenständlichen Prinzip, Figuren zeichnerisch, als Silhouette wie als Räumlichkeit, bereits so vollkommen zu erfassen und als Teil der Bildkomposition zu bestimmen, dass die Binnenmalerei hauptsächlich der Farbstimmung und der Lichtregie gewidmet werden kann, ansonsten sparsam sein darf. Georges de La Tour ist der größte Komponist der klassischen Figurendarstellung, Gegenstandseinbindung, Ornament und der Episode und Vorbild der Meisterkunst: Alles welassen, was man weglassen kann. Der lothrigischen/pariser peintre fameux Georges de La Tour, geboren im Jahr 1593 in Vic nahe Metz, dessen Kernzeit unter den Beunruhigungen des europäischen Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) stand. De La Tour erlebte Pest- und Pockenepedemien und starb im Jahre 1643 selbst an einer Seuche. Im Jahr 1975 malte ich meine ersten Studien und kopierte Georges de La Tour, reiste in sämtliche Museen, die solche Raritäten besitzen, in Besancon, Epinal, Nantes, Nancy, Frick-Collection Ney New York, Louvre Paris. Zuerst war es das Helldunkel mit dem Kerzenlicht „Joseph mit dem Jesusknaben“, dann das Spitzenbild „Drehleierspieler“ als Bild im Bild (200cm/300cm), dann, im Jahre 1980, begann ich drei Originalrepliken, des „Joseph“, „Hiob, der Gefangene (mit Frau: Job et sa femme) sowie „Drehleierspieler“, alle in Öl auf Leinwand und in der Originalgröße.
Nach inzwischen 30 Jahren sind die Repliken noch nicht fertiggemalt. In Hannover, in München, Magdeburg, Leipzig, Dresden, Springe und jetzt in Berlin habe ich an den Georges de La Tour Repliken gearbeitet. Georges dela Tours hat mutmaßlich, wie fast alle Maler seiner Zeit, Italien besucht und dort Meisterwerke des großen Caravaggio (geb. 1573), der im Anschluss des Deutsch-Römers Adam Elsheimer den großen Wurf malte, kennengelernt. De La Tour zählt, wie die Brüder Le Nain, Rembrandt, Vermeer, Honthorst, Terbruggen, Ribera, Zurbaran, Gentileschi, Saraceni, Caracciolo, zu den Caravaggisten, den Helldunkelmalern (Chiaroscuro) in naturnaher Figürlichkeit. Der große alte Lombarde Tizian sagte auf die Frage: Vormalen oder gleich Fertigmalen? Fertigmalen! Neunzig mal! Jedenfalls ist die unglaubliche Qualität der Alten Meister nicht allein ihre Geschicklichkeit verdankt. Ein erhebliches technisches, technologisches und überhaupt handwerkliches Wissen, dazu erheblich Geduld und Fleiß, sind die tausend kleinen Malereischritte (90 mal Fertigmalen!), die die faszinierenden Ergebnisse an den Oberflächen ermöglichten. Es ist nicht, wie der deutsche Jungmaler Norbert Bisky vergangene Woche im DLF-Radio sagen durfte, wenn ein Strich gar nicht gelingt ist es möglich, dass ich die Malfläche mit dem Cutter zerstören muss. Bisky bezeugt damit seine Kunstauffassung, die sich dem Impetus des Zufalls mehr verschrieben hat als der Meisterschaft. Dass dafür viel Geld bezahlt wird, ist der heutigen Kunstorganisation durch das Finanzamt geschuldet, eine behördliche Abschreibungskunst, die verwaltungsmäßig verbucht wird und mehr Symbol des Geldes ist als der sinnlichen Anschauung und Wertschätzung zu entspringen. Staatskunst vergibt keine Meisterschaftsmaßstäbe, sondern erhöht durch breite Mehrheitsentscheidungen des Mittelmaßes und der sich selbst als „hochkarätig“ ansprechenden Funktionären in Beiräten und Ankaufjurys.
Der leistungsorientierte Meisterschafts-Maßstab muss vom Staat als Kunst geduldet werden. Der Berufsmaler kann nicht vom Markt gedrängt werden, nur weil seine Ertragslage nicht der Fiskalwelt oder den Sozialversicherungen gefällt. Es wird für eine wünschenswerte Selbstbezeugung einer Kulturgesellschaft angesehen, innerhalb eines staatlich geöffneten Kunstbegriffs auch Hochleistungsmalerei staatlich durch Ankauf und Auftrag zu bezeugen.
Produktion, Idee, Autor, Direktion, Dr. Dietmar Moews; Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;

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