Lichtgeschwindigkeit 504

Lichtgeschwindigkeit 504

WIKILEAKS: KRIEG nach ZAHLEN oder MENSCHEN und

Kommentar aus Sicht der IT-Soziologie zur Medienlage von

dem Künstlergelehrten Dr. Dietmar Moews – live und

ungeschnitten – muss auch immer die Werte der Primaten

berücksichtigen: Offenheit, Transparenz, Freiheit, Piraterie

und Rechtsstaatlichkeit, im Globus mit Vorgarten in Berlin,

Pankow, am Dienstag, 10. August 2010, mit Frankfurter

Allgemeine Zeitung vom 7. August 2010, Taz, BBC.co.uk,

focus.de, CCC.de, bild.de, Piratenpartei Deutschland.de,

heise.de, ARD, DLF,

Piratenthema hier: KRIEG nach ZAHLEN oder nach MENSCHEN?

FRANK RIEGER ein IT-Fachmann und ein Sprecher des Chaos

Computer Clubs (CCC) in Berlin erklärt bürgerrechtliche

Verwertungsbedenken zur IT-Politik.

Dietmarmoews betont: Ich stimme den Darstellungen und

Wertungen in dieser Kolumne von Frank Rieger vollkommen

zu: Die IT-Bewegung sollte auf den politischen PRIMAT für

Militärfragen und KRIEG fortwährend einfordern.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. August 2010, Feuilleton

Seite 29: „Krieg nach Zahlen: Es war von alters her ein Raum

von Generälen, alle Ereignisse und Zustände schnell zu erfassen,

um so ein Modell für ihre Entscheidungen zu gewinnen. Der Fall

WIKILEAKS mit Geheimdokumenten zu Afghanistan zeigt, dass

er Wirklichkeit ist: Algorithmen sagen menschliches Verhalten

präzise voraus über die Machbarkeit und den Sinn von Kriegen.

Ein Blick ins Herz des amerikanischen Militärs. …Das Aufkommen

von Computern und elektronischer Kommunikation versprach das

mathematische, perfekte Weltabbild, wenn nicht heute, dann

übermorgen. Wie immer, wenn es um künstliche Intelligenz geht,

ist die Lösung nur wenige Jahre entfernt – seit vielen Jahrzehnten.

Man muss es nur noch schaffen, detaillierter, schneller,

umfangreicher zu erfassen, was gerade passiert. Noch mehr

Daten verarbeiten, noch präzisiere Statistiken erstellen, noch

umfassendere Modelle bilden: diese Illusion der vollständigen

Erfass- und Berechenbarkeit der Welt hat seit Anbeginn des

Computerzeitalters im Militär Fuß gefasst, nur wurde sie nie

erreicht. Die vollständige Durchdringung des Militärs mit

digitalen Informationssystemen seit Ende der neunziger

Jahre führte zur Wiederbelebung der alten Verheißung.

Aus den tröpfelnden Berichten von der Front, meistens

telefonisch oder per Funk übermittelt, wurde eine Flut von

immer feiner aufgelösten, direkt in der Kampfzone erfassten

Daten. Die Schwelle, ab der ein Ereignis nach oben rapportiert

wird, ist immer weiter gesunken./ Die Infrastruktur sowie die

Speicher- und Verarbeitungskapazitäten sind ohnehin vorhanden.

Informationen über ihren Aufenthaltsort werden von mehr und

mehr Einheiten automatisch und in Echtzeit übermittelt. Die

Zeit, die es zum Eintippen der Meldung braucht, ist längst zum

größten Aufwandsfaktor geworden, daher wimmeln die Nachrichten

von Abkürzungen, aber auch von Tippfehlern./Dokumente zum

Krieg in Afghanistan, die unlängst von Wikileaks – einer

internationalen Vereinigung, die auf das Veröffentlichen geheim

gehaltener Dokumente spezialisiert ist – publiziert wurden,

bieten bisher unbekannte Einblicke in das interne Berichtswesen

der amerikanischen Armee. Die Meldungen sind die Datenbasis

der Algorithmen und Modelle, mit denen bewaffnete Konflikte

im Computer-zeitalter geführt werden .. eine umfangreiche

Datenbank von einigen zehntausend internen Alltagsberichten

der amerikanischen Armee aus Afghanistan

(http://wikileaks.org/wiki/Afghan_War_Diary,_2004-2010).

Die Daten .. Lagebilder, Feuergefechte, Bombenanschläge

und – abwürfe, Tote, Verwundete, Gefangene, Korruption,

Verrat, Langeweile, unzureichende Ausrüstung,

Fehleinschätzungen und Erfolge.. Hier pocht das operationelle

Herz des amerikanischen Militärs. Mit Hilfe weltumspannender,

abgeschirmter Kommunikationsnetze laufen in jeder Sekunde

Kriegsschauplätze und Konfliktzonen zusammen./Die Reports

und Zahlen, in die nun dank Wikileaks ein Blick möglich ist,

bilden das Datenfutter für die Algorithmen der Systemanalysten. …

Die Software-Werkzeuge, mit denen die Operations-Research-

Analysten arbeiten sollen, sind oft die gleichen wie in der

Industrie: Statistik-Programme, Datenbanken, dynamische

Modellierungssoftware. .. Auslandsstationierungen ..explizit

ausgeschlossen. Nicht nur Drohnen, die, mit Raketen und

Bomben bewaffnet, Häuser und Menschen vernichten, werden

von der anderen Seite des Ozeans gesteuert. Auch die Strategie,

Taktik und Logistik des Krieges werden weitgehend per

Fernsteuerung bestimmt – tagsüber neue Optimierungsmethoden

für den Truppeneinsatz planen, abends zum Grillen nach Hause,

während die Infanterie im Staub und Dreck die neue Strategie

ausprobiert. … in bester Wernher-von-Braun-Tradition nicht

selbst Ziele definiert, sondern nur den Weg zum erreichen der

Vorgaben sucht und optimiert, bleibt diese Frage wohl der

Politik vorbehalten“ Produktion, Idee, Autor, Direktion,

Dr. Dietmar Moews; Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin

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